Nachhaltigkeit hat in der Gastronomie zunehmend an Bedeutung gewonnen. Durch gesetzliche Vorgaben ist nachhaltiges Handeln längst kein Nischenthema mehr, sondern ein Muss für alle Gastronomiebetriebe. Deine Kunden achten heute nicht nur auf die Qualität der Mahlzeiten, sondern auch darauf, wie diese verpackt sind, insbesondere bei Take-away und Lieferservice.
Gleichzeitig werden die Vorschriften strenger und der Wettbewerb intensiver. Dennoch machen viele Betriebe weiterhin vermeidbare Verpackungsfehler, die sich negativ auf ihr Markenimage und ihre Kosten auswirken. Hier sind die 10 größten Verpackungsfehler in der Gastronomie.
1. Verwendung von Plastik, wenn es nicht notwendig ist
Einwegplastik wird oft noch aus Gewohnheit oder vermeintlichen Kostenvorteilen eingesetzt. Viele Kunststoffe sind jedoch schwer zu recyceln und belasten die Umwelt erheblich. Zudem verbinden Kunden Plastik zunehmend mit veralteten Praktiken.
Ein besserer Ansatz ist der Wechsel zu nachhaltigeren Materialien wie Papier, Karton oder Bagasse. Ersetze dünne Plastiktüten durch stabile Kraftpapieralternativen und wähle kompostierbare Becher anstelle von kunststoffbeschichteten Varianten.
2. Überverpackung
Von doppelten Deckeln bis hin zu überflüssigen Servietten und unnötigen Tüten ist Überverpackung ein häufiges Problem. Viele Betriebe wollen auf Nummer sicher gehen, erzeugen dabei jedoch mehr Abfall und höhere Kosten. Umweltbewusste Kunden reagieren darauf besonders sensibel.
Konzentriere dich stattdessen auf das wirklich Notwendige und prüfe jedes Verpackungselement kritisch. In vielen Fällen kann eine gut durchdachte Verpackungslösung denselben Schutz und dieselbe Präsentation bieten, ohne zusätzlichen Abfall oder Kosten zu verursachen.
3. Verwendung nicht recycelbarer Materialkombinationen
Verpackungen aus Mischmaterialien, wie Karton mit Plastikbeschichtung oder laminierte Behälter, sind schwer zu recyceln und landen häufig im Restmüll. Auch wenn solche Lösungen auf den ersten Blick nachhaltiger erscheinen, können sie aufgrund der aufwendigen Trennung der Materialien oft nicht richtig verarbeitet werden.
Dadurch geht der gewünschte Umweltnutzen verloren, was sowohl für dich als auch für deine Kunden frustrierend sein kann. Die Wahl von Monomaterialien oder klar recycelbaren Optionen ist ein effektiverer Weg, um sicherzustellen, dass Abfälle tatsächlich korrekt verarbeitet werden.
4. Fehlende klare Entsorgungshinweise
Selbst die nachhaltigste Verpackung verliert an Wirkung, wenn deine Kunden nicht wissen, wie sie diese richtig entsorgen sollen. Verwirrung rund um Recycling oder Kompostierung ist weit verbreitet und führt oft dazu, dass Materialien falsch entsorgt werden.
Klare und gut sichtbare Hinweise auf der Verpackung oder im Geschäft helfen dabei, deine Kunden zum richtigen Verhalten zu führen. Dieser kleine Schritt kann die Wirksamkeit deiner Nachhaltigkeitsmaßnahmen deutlich verbessern und unnötigen Abfall reduzieren.
5. Schlechte Verpackungsqualität
Schlechte Verpackungsqualität ist ein häufiger, aber oft unterschätzter Faktor für negative Kundenerfahrungen. Auslaufende Behälter, durchweichte Boxen oder instabile Deckel sorgen schnell für Frust – besonders im Take-away- und Delivery-Geschäft. Versagt die Verpackung, leidet nicht nur das Produkt, sondern auch das Vertrauen in die Marke.
Die Folgen sind in vielen Betrieben spürbar: Beschwerden häufen sich, Bewertungen fallen schlechter aus, und es entstehen zusätzliche Kosten durch Ersatzlieferungen oder Rückerstattungen. Dabei ließe sich ein Großteil dieser Probleme durch eine durchdachte Auswahl geeigneter Verpackungslösungen vermeiden.
Auswertungen von Kundenfeedback und Rückmeldungen aus dem laufenden Betrieb zeigen zudem ein klares Muster: Mängel bei Stabilität und Dichtigkeit gehören zu den häufigsten Kritikpunkten. „Aus Kundenbefragungen wissen wir, dass vor allem die Zuverlässigkeit der Verpackung im Lieferprozess entscheidend für die Gesamtzufriedenheit ist“, so der Sprecher von TakeAware im Gespräch. Besonders gefragt seien langlebige und zugleich wirtschaftliche Lösungen, die den Anforderungen des täglichen Gastronomiebetriebs standhalten und eine konstante Produktqualität bis zur Auslieferung sicherstellen.
6. Keine klare Verpackungsstrategie
Viele Betriebe nehmen einzelne Änderungen vor, etwa den Wechsel von Strohhalmen oder die Einführung eines nachhaltigen Produkts, ohne ihre Verpackung ganzheitlich zu betrachten. Das führt zu Inkonsistenzen und erschwert eine klare Markenkommunikation.
Eine durchdachte Verpackungsstrategie sollte alle Berührungspunkte abdecken, von Bechern und Behältern bis hin zu Taschen und Zubehör. Mit einem strukturierten Ansatz schaffst du ein konsistentes Erlebnis, das sowohl zu deinen Markenwerten als auch zu deinen Nachhaltigkeitszielen passt.
7. Kundenerwartungen ignorieren
Nachhaltigkeit ist zu einem wichtigen Entscheidungsfaktor geworden, insbesondere für jüngere Zielgruppen, die gezielt nach verantwortungsbewussten Marken suchen. Unternehmen, die diesen Wandel ignorieren, riskieren, an Relevanz zu verlieren.
Wenn du auf deine Kunden hörst und dich an deren Erwartungen orientierst, bleibst du wettbewerbsfähig und baust stärkere Beziehungen auf. Es geht dabei nicht nur um Vorschriften, sondern auch darum, eine echte Verbindung zu deiner Zielgruppe herzustellen.
8. Nachhaltigkeitsmaßnahmen kommunizieren
Viele Unternehmen nutzen bereits umweltfreundliche Verpackungen, kommunizieren dies jedoch nicht ausreichend. Dadurch bleiben der Aufwand und die Investitionen hinter diesen Entscheidungen für Kunden oft unsichtbar.
Indem du deine Nachhaltigkeitsmaßnahmen aktiv auf deiner Website, im Geschäft und in sozialen Medien kommunizierst, kannst du dein Markenimage stärken und Vertrauen aufbauen. Klare Kommunikation hilft deinen Kunden, den Wert deiner Entscheidungen zu verstehen und dein Unternehmen bewusst zu unterstützen.
9. Fehlende starke Mehrwegoptionen
Seit 2023 ist es in vielen gastronomischen Betrieben verpflichtend, Mehrwegoptionen anzubieten. Die Umsetzung bringt jedoch praktische Herausforderungen wie Logistik, Lagerung und zusätzliche Kosten mit sich, was die Einführung erschweren kann.
Umso wichtiger ist es, hochwertige und benutzerfreundliche Mehrweglösungen anzubieten, die sich leicht in deinen Arbeitsalltag integrieren lassen. Je einfacher du es für deine Mitarbeitenden und Kunden machst, desto erfolgreicher wird dein Mehrwegsystem sein.
10. Greenwashing statt echter Nachhaltigkeit
Begriffe wie umweltfreundlich oder biologisch abbaubar ohne klare Grundlage zu verwenden, kann das Vertrauen deiner Kunden beschädigen, insbesondere da Verbraucher immer informierter und kritischer werden. Unklare Aussagen führen schnell zu Skepsis und können deiner Glaubwürdigkeit schaden.
Setze stattdessen auf Transparenz und erkläre deine Verpackungsentscheidungen klar und nachvollziehbar. Ehrlichkeit über die Stärken und auch die Grenzen deiner Materialien schafft langfristiges Vertrauen und realistische Erwartungen.